Werkstattbericht: Recherche zur Innovative Medicines Initiative

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someonePrint this page

Seit September habe ich mit Spiegel Online, dem Daten-Team des Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) und der belgischen Tageszeitung De Standaard zur Innovative Medicines Initiative recherchiert.

Herausgekommen ist ein Dossier auf Spiegel Online: Bürger zahlen, Konzerne profitieren

Ausgangspunkt unserer Recherche war ein Datensatz, den wir bei der Pressestelle der Innovative Medicines Initiative (IMI) angefragt haben. Allein dieser Datensatz strotzte nur so vor Ungereimtheiten: Wenn die europäische Forschung gefördert werden soll, warum sind so viele außereuropäsiche Unternehmen beteiligt? Und überhaupt, welcher Pharmakonzern agiert heute nicht global? In dem Datensatz stimmten außerdem die Beiträge der Industrie nicht mit den Vorgaben der IMI überein. Davon abgesehen wurde uns kein Einblick gewährt in die einzelnen Beiträge der Konzerne. Lediglich der Gesamtbeitrag der Industrie pro Projekt wird veröffentlicht.

Von da an haben wir mit Forschern, Politikern, Unternehmen, NGOs und natürlich der IMI selbst gesprochen. Wir haben Daten von der Website der IMI gescraped, um die Zahl und den Standort der Teilnehmer analysieren zu können. Als wir bei der IMI eine aktualisierte Version des ersten Datensatzes anforderten, teilte man uns mit, der erste Datensatz sei wegen eines Softwarefehlers hinfällig. In dem neuen Datensatz entsprachen die Ausgaben der Pharmaindustrie weitgehend den Vorgaben. Zu dem Zeitpunkt hatten wir allerdings schon viel Kritik von Forschern und kleineren Unternehmen gehört. Außerdem sind wir auf weitere Probleme bei der Kontrolle und Transparenz der Industriebeiträge gestoßen.

Wir stellen nicht infrage, dass die IMI nützliche Forschungsergebnisse hervorbringt. Dafür, dass sie mit Milliarden Euro Steuergeld unterstützt wird, profitiert die Pharma-Industrie – laut dem Magazin Forbes die Branche mit den weltweit höchsten Profitmargen – jedoch überproportional.

Der SRF und De Standaard haben unsere Ergebnisse ebenfalls aufbereitet. Hier das Online- und das Radio-Stück vom SRF. Und hier die belgische Online-Version von De Standaard.

One thought on “Werkstattbericht: Recherche zur Innovative Medicines Initiative

  1. Update: China, Dialekte, Kissenschlacht – Stukenberg

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>