Schritt für Schritt in den Daten-Journalismus

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Für viele Journalisten sind große Datensätze in erster Linie unübersichtlich, verwirrend, gespickt mit Fallen, kurz: lästig. Nicht so für Datenjournalisten. Vom Haushalt der Kommune bis zur Polizeistatistik – wer mit Daten umgehen kann, findet spannende Geschichten. Beispiele gibt es mittlerweile genug, wenn auch hauptsächlich im englischsprachigen Raum.

Mit positivem Beispiel voran

Die New York Times hat die Veränderung der Stadtteile entlang der Strecke des New York Marathon seit dessen Bestehen 1976 bis 2009 untersucht – und dramatische Entwicklungen  festgestellt. Untersucht wurden die ethnische Zugehörigkeit und das Durchschnittseinkommen der Bewohner. Letzteres hat sich in Long Island City seit dem ersten Marathon um 374 Prozent gesteigert, wohingegen es am Rande der Bronx um rund 60 Prozent gesunken ist. Die Veränderungen in der ethnischen Zugehörigkeit in den einzelnen Stadtteilen sind nicht weniger enorm – und dazu noch schön aufbereitet: http://www.nytimes.com/interactive/2011/11/05/nyregion/the-evolving-neighborhoods-along-the-marathon.html?src=tp

Der Guardian beschäftigt sich zur Zeit – wer hätte es gedacht – auch auf seinem Datenjournalismus-Blog hauptsächlich mit Olympia. Auf den ersten Blick erscheint die Auswertung des Medaillenspiegels nahe liegend und wenig außergewöhnlich. Die Tiefe der Recherche macht dann den Unterschied. Zum Beispiel, wenn die britischen Medaillengewinner nicht nur nach Alter, Geschlecht und Herkunft sortiert werden, sondern auch danach, ob sie auf eine private oder staatliche Schule gegangen sind: http://www.guardian.co.uk/sport/datablog/2012/aug/06/team-gb-medal-winners-background

Zuletzt noch ein Beispiel aus Deutschland. Hier ist sueddeutsche.de mit seinem Datenprojekt zu den Verspätungen von Zügen positiv aufgefallen: http://zugmonitor.sueddeutsche.de/

Einsteigen leicht(er) gemacht

Die Werkzeuge dafür sind meist einfach zu bekommen bzw. auf fast jedem Rechner vorhanden. So banal es klingt: Das Basis-Tool für Daten-Journalismus ist Microsoft Excel oder die Open Source-Variante von OpenOffice. Das Programm zu verstehen und effektiv einzusetzen erfordert jedoch einiges an Know How und Übung. Wer vor Excel wie der Ochs vorm Berg steht (das ist zum Beispiel bei mir der Fall), dem sei mit diesen zwei Anleitungen geholfen.

1. Der Excel-Crashkurs von OpenDataCity: eine detaillierte Anleitung für die ersten Schritte mit dem Datenprogramm.

2. Das Handbuch für Datenjournalismus des Centre for Investigative Journalism (cij). Dieses Handbuch erklärt anhand einfacher Beispiele (auf Englisch), wie Journalisten an Datensätze herangehen sollten.

Besonders lobenswert an diesen beiden Anleitungen ist, dass sie weitgehend frei von Fachvokabular sind. Natürlich ist danach noch niemand gerüstet für die Schlacht mit den ganz großen und komplizierten Datensätzen. Allerdings bieten sie einen idealen Einstieg in das Thema und motivieren dazu, weiterzulernen. Die oben bereits genannten Blogs der New York Times und des Guardians sind ebenfalls eine gute Inspirationsquelle. Weitere Blogs zum Thema hat die New York Times hier zusammengefasst.

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