Mit Mann und Maus für die Forschung – „Blumen für Algernon“

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Rezension Der Film „Blumen für Algernon“ (hier in der Arte Mediathek) begleitet Charlie durch ein wissenschaftliches Experiment, das seinen IQ erhöhen soll.

Screenshot "Blumen für Argenon", Arte

Screenshot „Blumen für Argenon“, Arte (mehr Fotos hier)

Charlie hat einen IQ von 68, ist einfach gestrickt und einnehmend ehrlich. Der erwachsene Mann lernt Lesen und Schreiben und er tut sich schwer damit. Bis zwei Forscher ihm ein Experiment vorschlagen: Durch eine Operation soll sich sein IQ verdreifachen. Er willigt ein.

Aus „Charlie“ wird „Charles“

Nach der OP schlägt er endlich die Versuchsmaus Algernon, an der das gleiche Experiment durchgeführt wurde und gegen die er in Intelligenztests antritt. Das Experiment scheint geglückt. Aus dem verlachten „Charlie“ wird der ernstzunehmende „Charles“. Er schlägt einen der Studienleiter im Schach. Ein Date droht zu scheitern, weil er ausgiebig über Quantenmechanik spricht.

Doch nach der Euphorie kippt die Stimmung. Algernon zeigt erste Anzeichen für körperlichen und geistigen Verfall und kurze Zeit später beobachtet Charles, der mittlerweile selbst an der Forschung beteiligt ist, ähnliche Symptome an sich selbst.

Gelungener Ein-Mann-Film

Der Aufbau des Films erinnert an Tom Hardy’s No turning back. Der Schauspieler Grégory Gadebois spricht in „Blumen für Algernon“ ausnahmslos in die Kamera. Es gibt keine zweite Rolle, keine Effekte. Fließend schwingt sich seine Sprache von Kindergarten- auf ein anspruchsvolles, fast poetisches Niveau. Seine Sprechgeschwindigkeit erhöht sich, seine Gestik passt sich seiner neuen Sprache an. Sowohl den Aufstieg als auch den Abstieg des Protagonisten spielt Gadebois überaus authentisch.

Die Empörung über das unerhörte Experiment weicht einer schmerzlichen Betroffenheit, als sich Charles von seiner neu gewonnenen Intelligenz wieder verabschieden muss. Wie realistisch ein solches Szenario ist, lässt der Film allerdings offen.

Fazit: „Blumen für Algernon“ kommt mit den einfachsten gestalterischen Mitteln aus. Das ist elegant. Er zeigt außerdem, wie hoch der Preis wissenschaftlicher Neugier sein kann. Dabei geht es nicht nur um die ergreifende Geschichte von „Charlie“ und „Charles“, sondern auch um die der Versuchsmaus Algernon.

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