Fundgrube für investigativen Journalismus – „The Global Investigative Journalism Casebook“

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Was plante der bulgarische Geheimdienst „Service 7″ während des kalten Kriegs? Wie radikal sind der US-Republikaner Ron Paul und seine Anhänger wirklich? Und was erleben Flüchtlinge auf ihrer mehr als 4000 Kilometer langen Reise von Nigeria nach Libyen? Die UNESCO hat einen Sammelband mit investigativen Reportagen veröffentlicht, die diese Fragen beantworten.

The Global Investigative Journalism Casebook, Foto: unesco.org

Die Geschichten reichen von Umweltverschmutzung in Indien über das bulgarische „Mord-Büro“ im Kalten Krieg bis hin zu den Abzocker-Maschen amerikanischer Weiterbildungseinrichtungen. Die meisten Artikel sind lang und, in der pdf-Version schlicht in zwei Spalten gelayoutet, anstrengend zu lesen. Allerdings hat Editor und Journalismus-Forscher Mark Lee Hunter bei der Auswahl der Reportagen ganze Arbeit geleistet. Der Inhalt hat es in sich.

Anerkennung ja, Bewunderung nein!

Besonders gut gefallen hat mir das Nachwort des jeweiligen Autors nach seinem eigenen Text. Mal mehr, mal weniger detailliert beschreiben die Reporter, wie sie auf ihre Geschichte gestoßen sind, welche Hürden ihnen im Weg standen und, wie mit der Geschichte umgegangen wurde.

Seitens der Autoren gehört eine große Portion journalistisches Gespür und Durchhaltevermögen dazu, um solche Geschichten auszugraben und umzusetzen. Zweifelsohne sind das wertvolle Eigenschaften und sind den Autoren hoch anzurechnen. In seinem Vorwort gibt der Editor Hunter allerdings einen wichtigen Hinweis für Nachwuchsjournalisten: Himmelt diese Journalisten nicht an! Denn wer sich dieser Bewunderung hingebe, der lerne nichts von ihnen, so Hunter.

Alles in allem eignet sich der Sammelband ideal zum Durchblättern und Festlesen.

Über den Editor: Mark Lee Hunter hat viele Preise für seine investigative Arbeit und seine Journalismus-Forschung gewonnen. Mit seinen Kollegen vom Global Investigative Journalism Network unterstützt er Julian Assange (WikiLeaks). Seine Anleitung zu investigativer Recherche bietet er kostenlos auf seiner Homepage zum Download an. Zur Zeit unterrichtet er an dem Pariser Institut INSEAD.

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